Krieger- und Soldatenkameradschaft KipfenbergDas Kriegerdenkmal in KipfenbergDie Burg KipfenbergDie Burg KipfenbergDie Burg Kipfenberg
SeitenzusammenfassungImpressum und RechtlichesKontaktaufnahme zum Kriegerverein
Startseite
Unser Kriegerverein Kipfenberg
Aktuelles rund um den Verein
Informationen und Planung
Bilder aus unseren Veranstaltungen
wichtige Downloads
im Gedenken an unsere verstorbenen Kameraden
Nachbericht und Bilder zur 140 Jahr Feier am 5.5.2012 der Krieger- und Soldatenkameradschaft Kipfenberg
 

Auszug aus der Vereinschronik zum 100jährigem Bestehen, 1972!

100 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Kipfenberg und Umgebung

Im Lauf der ersten Jahre nach dem Bruderkrieg 1866 und dem Feldzug 1870/71 gegen Frankreich sammelten sich viele  Kriegsteilnehmer aus Kipfenberg und vielen umliegenden Gemeinden zunächst zu einem losen Veteranenverband mit dem Sitz in Kipfenberg. Der Veteranengemeinschaft stand zunächst der Kaufmann Josef Stiglmeier aus Kipfenberg vor. Als Kassier und Schriftführer wird in den vorhandenen Aufzeichnungen Johann Adam Theobald, kgl. Rentamtsschreiber zu Kipfenberg, genannt. Als in der Mitte der Siebziger Jahre in den größeren Gemeinden des Amtsgerichtsbezirkes Kipfenberg sich selbständige Veteranenvereine bildeten, trennten sich viele Kriegsteilnehmer der zumeist weitentfernten Gemeinden vom ursprünglichen Veteranenverband Kipfenberg und traten den inzwischen entstandenen örtlichen Kriegervereinen bei. Im Mai 1877 gaben sich die Veteranen von Kipfenberg und nächst umliegenden Gemeinden Statuten – bezeichnet als Statuten des Veteranen – und Kriegervereins Kipfenberg, die besagen unter §2, dass der Eintritt in den Verein als ordentliches Mitglied jedem ehemals Gedienten, ehrenvoll Beabschiedeten oder Beurlaubten der aktiven Armee, Reserve und Landwehr offen steht, dass die Veteranen der ersten Napoleonische Feldzüge Ehrenmitglieder sind. Zweck des Vereins ist in erster Linie echte Kameradschaft auch im Zivilstand zu pflegen, Stärkung der Treue zu Kaiser, König und Vaterland, Revidiert wurden diese Statuten noch unter Vorstand Stiglmeier im Jahr 1881. Ergänzend wurde dabei festgelegt, dass für jeden Veteranen mit Tod abgehend ein Ehrengeleite stattzufinden hat, das auch mit Tod abgehenden Mitgliedern zu gewähren ist. Unter §6 besagt die Satzung u. a., dass der Ausschuß stets auf 3 Jahre gewählt werden soll. Nach den Statuten von 1877 ist Josef Stiglmeier, Kaufmann, von Kipfenberg, als 1. Vorstand bezeichnet. Als Kassier und Schriftführer fungierte Johann Adam Theobald. Als Ausschussmitglieder sind genannt: Anton Kreuzer, Kipfenberg, kgl. Aufschläger, Johann Haderer, Bürgermeister, Dunsdorf, Andreas Land aus Böhming (ökonom) Michael Regnath, Müllermeister aus Grösdorf, Als Ausschuß- Ersatzmitglieder sind noch aufgezählt: Josef Hohlbauer, Rentamtsbote, Kipfbenberg, Karl Hirschberger, Bäckermeister aus Kipfenberg, Sämtlich Vorstands- und Ausschussmitglieder, sowie auch die Ersatzmitglieder sind Veteranen von 1866 und 1870/71.

Als Ehrenmitglieder sind aufgezeichnet die Veteranen von 1813/1814: Braun Johann aus Attenzell, Schauer Simon aus Böhmfeld, Zaigler Mathias aus Irlahüll, Riedl Georg aus Haunstetten, Schafstadler Michel aus Haunstetten, Sonstige Ehrenmitglieder; Kellermaier Johann aus Hofstetten, Girbinger Georg aus Grösdorf und nicht zuletzt Freiherr Bruno von Seefried, Rittmeister a.D. und kgl. Kammerherr – Schönbrunn, aktiv gedient beim 5. Chev. Rgt.

Der Wunsch nach einer Vereinsfahne wurde unter den Vereinsangehörigen immer lauter, wie aus einigen Niederschriften über Versammlungen zu entnehmen ist. Endlich war es soweit. Die Vereinsfahne wurde gefertigt in der Schreibmeyerischen Kunstanstalt in München und am 23.06.1878 im gottesdienstlichen Rahmen einer feierlichen Feldmesse auf dem Marktplatz durch den damaligen Pfarrer und Dechant Baron von Berchem geweiht, wobei der Veteranen- und Kriegerverein Eichstätt unter Vorstand Gehringer Pate gesanden ist.

Ein noch vorhandener Zeitungsartikel im Eichstätter Kurier vom 26.06.1878 gibt in kurzen Auszügen Bericht über die glanzvolle Fahnenweihe. Kurz vor dem Fest der Fahnenweihe verstarb, wie der Chronist bemerkt, der letzte Krieger des Marktes Kipfenberg aus den Freiheitskriegen 1813/1814, der mit besonderen militärischen Ehren beerdigt wurde. Es war dies Josef Fischer, 84 Jahre alt, von Beruf Drechslermeister. Nach einer von Vorstand Stiglmeier im Jahr 1887 noch erstellten Statistik betrug die Vereinsstärke: 4 Ehrenmitglieder, 226 ordentliche Mitglieder, wovon Feldzüge mitgemacht haben: 1848-1849 sechs, 1866 = 53 und 1870/71 = 130. Der bisherige Vorstand Stiglmeier dankte aus gesundheitlichen Gründen ab 1.5.1887 ab, dem M. Fischer als Vorstand folgte. M. Fischer stand dem Verein nur kurze Zeit vor. Die mangelhaften Aufzeichnungen in den folgenden Jahren, die zumeist nur in Ein- und Auslauf-Tagebuch lückenhaft erwähnt werden, lassen das Vereinsleben nicht mehr genügend erkennen.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges stand der Bäckermeister Max Reitzer von hier dem Veteranen- und Kriegerverein Kipfenberg vor, der lange Jahre die Geschicke des Vereins leitete. Es waren viele stattliche Männer von Reserve und Landwehr 1, die in den heißen Augusttagen 1914 zu den Waffen eilten, um das bedrohte Deutsche Vaterland von feindlichen Angriffen an allen Seiten zu schützen. Und gar oft im Laufe der Kriegsjahre von 1914 – 1918 erließ der Vorstand die Einladung zur Teilnahme an den Trauergottesdiensten für die Gefallenen an den verschiedenen Fronten. Nach einer Statistik aus diesen Zeiten waren es 40 Gefallene nebst Vermissten, die aus dem großen Kriegsgeschehen nicht mehr wiederkehrten.

Am Sonntag, dem 12.01.1919 veranstaltete Vorstand Reitzer eine Begrüßungsfeier aller heimkehrenden Kriegsteilnehmer aus Kipfenberg und Umgebung, soweit diese dem Verein angehörten, oder überhaupt der allgemein ergangenen Einladung Folge leisten wollten. Am folgenden Tage, am 13.01.1919, erging die Einladung zur Teilnahme an dem „feierlichen Trauergottesdienst“ für alle Gefallenen der Pfarrgemeinde. Vorstand Reitzer führte den Verein nachweislich bis August 1921, wo er durch Vorstand Ott abgelöst wurde. Allzulange scheint Ott als 1. Vorstand nicht tätig gewesen zu sein, da bereits die Einladung des Veteranen und Kriegervereins vom 10.10.1922 zur Teilnahme an der Abschiedsfeier des Herrn geistlichen Rates und Pfarrers Schwertschlager von Vorstand Hertl unterschrieben ist. Der Verein beteiligte sich am 10.05.1925 an der großen Fahnenweihe der Schützengesellschaft im benachbarten Grösdorf, die besonders feierlich vollzogen wurde.

Am 20.07.1930 fand die Einweihung des Kriegerdenkmals in Kipfenberg statt, ein Tag, der würdig ist, wie der Chronist bemerkte, in den Annalen der Geschichte von Kipfenberg festgehalten zu werden. Der Entwurf wurde gefertigt vom Stadtbaurat Kerschensteiner aus Lindau, ausgeführt vom Bildhauer Roider aus Regensburg und Professor Franz Ermer aus Regensburg, der zum Ehrenbürger von Kipfenberg ernannt wurde, und Steinmetzmeister Regnet aus Unteremmendorf. Eingeweiht wurde das Denkmal durch Pfarrer Graf aus Hofstetten im Rahmen einer Feldmesse. Vereinsvorstand war damals Kerl Werler und Bürgermeister Herr Allio, durch dessen Unterstützung letztlich das Denkmal geschaffen Verein wie alle anderen Vereine und Verbände lt. Führerbefehl gleichgeschaltet.

Der 2. Weltkrieg forderte viele Opfer aus den Reihen der gemeindlichen Bevölkerung. Der Chronist verzeichnete 94 Gefallen nebst Vermissten, darunter 1 Stabshelferin. In den ersten Jahren nach dem totalen Zusammenbruch des „Tausendjährigen Reiches“ war jeder soldatische Gedanke absurd. Aber dem treuen und unermüdlichen Kameradschaftsgeist des letzten Vorstandes Karl Habereder, Kaminkehrermeister von Kipfenberg war es zu verdanken, dass im November 1952 der Veteranen- und Kriegerverein Kipfenberg und Umgebung wieder ins Leben gerufen wurde. In der 1. Versammlung nach 7 Jahren wurde von ca. 20 Mitgliedern Karl Reitzer zum 1. Vorstand gewählt, während Karl Habereder hinsichtlich seines Alters und seiner Verdienste zum Ehrenvorstand erkoren wurde. Am 6. Juni 1953 wurde die 2. Versammlung einberufen, wobei Johann Heinz, Fuhrunternehmer von hier, zum 1. Vorstand gewählt wurde. Hans Heinz führte den neu erstandenen Verein zur neuen Blüte. In der Folge wurde die bisherige Bezeichnung des Vereins in „Krieger- und Soldatenkameradschaft Kipfenberg“ umbenannt und dem Deutschen Soldaten- und Kriegerbund i.B. – Kreisverband Ingolstadt angeschlossen. Am 22.06.1957 beging die Kameradschaft das 85 jährige Stiftungsfest verbunden mit der Weihe des neu restaurierten Ehrenmales. Es war eine glanzvolle Feier, wobei 22 auswärtige Vereine zugegen waren. Am 18. und 19. Juli 1959 war Fahnenweihe, da die Anschaffung einer neuen Fahne als notwendig erachtet wurde. Diese wurde nach einem Entwurf des akademischen Kunstmalers C.O. Müller aus Grösdorf durch die bekannte Niederbayerische Fahnenstickerei Kössinger aus Schierling gefertigt. C.O. Müller wurde ob seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Die Fahne ist in ihrem ganzen Umfang gestickt und ein vollendetes Kunstwerk. Als Fahnensymbol zeigt die Vorderseite St. Georg mit dem Drachen, den Kampf des Guten gegen das Böse darstellend. Im Hintergrund erscheinen Burg und Michelsberg von Kipfenberg. Dier stilisierte Kipfstuhl, das Kipfenberger Wappen, ist sinnreich und vollendet in den Gesamtentwurf aufgenommen. Zur festlichen Fahnenweihe erschienen 48 auswärtige Vereine, sowie ein Ehrenzug der Ingolstädter Pioniere. Ein Reiterzug führte den Festzug an. Den Feldgottesdienst celebrierte Pfarrer Karl Wittmann. Die Fahnenweihe des Kriegervereins wurde in der Tagespresse als „Fest der Treue“ bezeichnet. Am 19.08.1962 beging die Soldaten- und Kriegerkameradschaft in aller Stille entsprechend dem Ernst der politischen Lage das 90 jährige Jubiläum. Im festlich geschmückten Kronensaal war nachmittags ein Kameradentreffen. Vorstand Heinz begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste, darunter Ehrenmitglied C.O. Müller aus Grösdorf, der über Bedeutung „Kameradschaft“ sprach. Einen kurzen geschichtlichen Abriß aus der Vereinschronik gab abschließend Kamerad Krotter. Schmissige Marschmusik und alte Soldatenlieder aus den Kehlen der versammelten Kameraden umrahmten die erhebende Feier.

Seit 1966 führt Heinrich Haderer, Malermeister, den Verein. Der Vorstand und seine Mannen sind bestrebt, kultur- und sozialpolitisch die den heutigen Krieger- und Soldatenkameradschaften zukommenden Aufgaben voll zu erfüllen, um so das aus dem Tod von Millionen Gefallenen und Vermissten unseres Volkes erwachsene Erbe weiter zu tragen in die Zukunft und völkerversöhnend zu wirken. Die Krieger- und soldatenkameradschaft Kipfenberg zählt heute 170 Mitglieder. Die beiden Ehrenmitglieder Herr C.O. Müller – akademischer Kunstmaler aus Grösdorf und Herr Georg Stang, Postschaffner aus Kipfenberg, sind verstorben. Die Verantwortlichen des Vereins sind darauf bedacht, die aus der Bundeswehr ausgeschiedenen Kameraden zum Eintritt in die Krieger- und Soldatenkameradschaft zu gewinnen, um die Weiterführung des Vereins durch junge Mitglieder zu sichern.

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kipfenberg und Umgebung steht vor Ihrer Jahrhundertfeier.

 

 
 

Vereinsinfo


 

 

 
   
Konzeption & Realisation www.n7-design.com
Webmaster: info@n7-design.com